13. Symposium in Rom "Versuchung im Film"

Fotos: Danela Pietrek

Ein spannendes Symposium mit interessanten Vorträgen und engagierten Diskussionen zwischen Referenten, Filmschaffenden und Tagungsteilnehmern hat auch dieses Jahr wieder im nahe am Vatikan gelegenen Centro Congressi Augustianum stattgefunden. Vom 15.-17.3.2018 wurden hierbei die unterschiedlichsten Facetten von „Versuchung im Film“, dem diesjährigen Thema des Symposiums, aus diversen theoretischen und filmischen Blickwinkeln beleuchtet, analysiert und diskutiert.

Theologische und psychologische Dimensionen der Versuchung, welche die Wiener Theologin und Religionspsychologin Prof. Dr. Susanne Heine in ihrem einführenden Vortrag erläuterte, wurden am Beispiel des vom SWR und der Eikon Media 2017 produzierten Fernsehfilms „So auf Erden“ vor allem aufgrund der intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung des Schauspielerehepaares Edgar Selge und Franziska Walser mit der Geschichte und ihren beiden Hauptrollen, lebhaft diskutiert.

Auf filmische und biblische Spurensuche zur Bitte im Vaterunser „Und führe uns nicht in Versuchung“ begab sich am zweiten Tag der Münsteraner Theologe Prof. Dr. Reinhold Zwick. Anknüpfend an seine Ausführungen zeigte dann die ZDF Produktion von 2015 „Der Bankraub“ unterschiedliche Formen von Versuchung, die Martin Rauhaus in seinem Drehbuch über die Hintergründe der Finanzkrise von 2008 im Kontext ungezügelter Finanzpolitik und Geldgier thematisiert.

Dass Versuchungen nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik und den Medien immer wieder eine Herausforderung für die beteiligten Akteure darstellt, unterstrichen auch Ralf Kleindiek, Staatssekretär a.D., und Tassilo Forchheimer, Leiter des ARD Studios in Rom, in ihren Vorträgen, die beide kritisch die Rahmenbedingungen ihrer jeweiligen Arbeitswelt unter die Lupe nahmen.

Die Frage, ob Filmproduktionen glaubwürdiger sind, die ihre Heldenfiguren durchaus Versuchungen aussetzen, denen sie erliegen und die dadurch fehlbar sind, stieß in der gemeinsamen Diskussion auf geteilte Meinungen. Vor allem die erfolgreichen neuen US-Serien führten manche als Beleg dafür an, dass alte Standards schlichtweg überholt seien. Dennoch waren sich die meisten einig, dass positiv geführte Entwicklungsbögen der Protagonisten, die auf eine kathartische Entwicklung setzen, die Botschaft von Filmen eher unterstützen als durchgängig negative Heldenfiguren, die Versuchungen nichts entgegenzusetzen haben.

Über Sucht und Krankheit als besondere Form der Versuchung, mit der im Rahmen der Therapie sowohl Patienten als auch Therapeuten konfrontiert sind, referierte der Psychiater und Psychotherapeut Dietrich Härtel, indem er immer wieder auf konkrete Beispiele aus seinem Praxisalltag verwies.

Filmisch knüpfte an diesen Aspekt der Versuchung die beeindruckende autobiographische Produktion von Adrian Goiginger an, „Die beste aller Welten“, der als Autor und Regisseur mit seinem zu Recht erfolgreichen Erstlingsfilm seine eigene Kindheit im Drogenmilieu auf berührende Art und Weise erzählt. Unterstützt von der SWR Redakteurin Brigitte Dithard und seinem Produzenten Nils Dünker, Lailaps Pictures, ist ihm damit ein Debüt gelungen, das in seiner schlichten Erzählweise lebensnah das Ringen seiner drogensüchtigen Mutter mit ihrer Sucht beschreibt, die ihrem Sohn dennoch eine durch tiefe Liebe und Freiheit geprägte Kindheit ermöglicht.

Dass ergreifende Filme und Geschichten mit Tiefgang eingebunden in theoretische Erklärungsansätze und kundig moderiert von Almuth Hammer immer wieder zu lebendigen Diskussionen zwischen den Teilnehmern des Symposiums und den beteiligten Referenten und Filmteams geführt haben, ist ein Charakteristikum vor allem dieses äußerst interessanten und aufschlussreichen 13. Symposiums gewesen.



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