Sieger des Webserien-Wettbewerbs bekanntgegeben und Panel zum Thema "Bitte nicht langweilen!"

Bilder: Petra Kohnen

„Die Wolle Gottes“ hat das Rennen gemacht.

Die Preisträgerinnen der Webserie für Kinder im Grundschulalter Monika Gröller und Dr. Angelika Sigl können ihre Idee und Konzeption einer Webserie für Kinder zu Fragen nach dem lieben Gott jetzt verwirklichen. Beide – Producerin wie Geschäftsführerin der Text und Bild Medienproduktion GmbH & Co. KG in Oberschleißheim – haben für die Umsetzung ihrer Konzeptvorlage ein Preisgeld von 20.000 Euro von TOP: Talente, der Akademie für Film und Fernsehdramaturgie, erhalten. Urkunde und Gewinn wurde ihnen beim Katholischen Medienkongress in Bonn übergeben vom Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Bischof Dr. Gebhard Fürst verwies bei der Preisverleihung darauf, dass sich 33 Autoren-Teams an der Ausschreibung von TOP: Talente beteiligt haben. Die Jury hat sich für das innovative Konzept „Die Wolle Gottes“ entschieden, da acht Kinder unterschiedlicher Religionsgemeinschaften ungefiltert ihre persönlichen Gedanken und konkreten Geschichten erzählen, die ihnen als Antwort auf zwei Fragen einfallen: „Was wünscht Du Dir von Gott?“ oder „Was wünscht Gott sich von Dir?“

Auszug aus der Jurybegründung:
„Ein pädagogischer Ansatz, der an dem aktuellen Stand der methodischen Forschung ansetzt, Kinder ernst nimmt, ihnen eine Stimme gibt und auch für ältere Rezipienten viel Überraschendes zu bieten haben wird.“

Zuvor fand ein von TOP: Talente organisiertes Panel zu Kinderprogrammen statt.

Nur das Beste für die Kids.

Panel 11 beim Katholischen Medienkongress in Bonn war gut besucht. Unter die Lupe genommen wurden Programme für Kinder im herkömmlichen Fernsehen und im Internet. TOP: Talente hat für die Diskussionsrunde den Titel „BITTE NICHT LANGWEILEN“ gewählt und damit das Ergebnis schon vorgegeben. Egal ob TV-Bildschirm oder Smartphone-Display – der Inhalt muss bei der jungen Zielgruppe ankommen.

Und was strahlt der öffentlich-rechtliche Rundfunk aus, um nicht zu langweilen, war direkt die Eingangsfrage von Moderator Sebastian Büttner, Autor und Produzent bei U5 Filmproduktion/ NewMedia Division. Der Kinderkanal KiKa, der gerade seinen 20. Geburtstag gefeiert hat, bietet jede Menge Serien, Spielfilme und Specials sowie interaktive Spiele und Mitmachangebote.

Gut angenommen wird laut Dr. Astrid Plenk, der Leiterin der Redaktion Kinder und Soziales beim MDR, zum Beispiel die Dokumentationssendereihe „Schau in meine Welt“, in der Kinder ihre eigenen ungewöhnlichen Geschichten kommentieren. In dieser Reihe finden auch Themen über Religion ihren Platz wie etwa Leahs jüdisches Leben. Einer der Serienrenner ist laut Astrid Plenk nach wie vor „Schloss Einstein“, die Soap, die das Leben von Jugendlichen auf dem fiktiven Internat Schloss Einstein schildert.

Die Teilnehmer von Panel 11 bezweifelten, ob es immer noch die herkömmlichen Fernsehformate sind, die bei Kindern ankommen. Astrid Plenk genau wie Nico Heiliger vom SWR-Kindernetz verwiesen darauf, dass man natürlich nicht mehr ohne Online-Begleitungen auskomme. Man müsse alte Formate fortführen und neue ausprobieren, das gelte auch für die Produktionsformate. Damit trage man dann auch den neuen Sehgewohnheiten Rechnung. Es sei bekannt, dass 80 % der jungen Zuschauer ihr Smartphone nutzen. Es ist auch kein Geheimnis, dass Filme, die über das Videoportal YouTube laufen, wesentlich höhere Reichweiten erzielen.

Sind amerikanische Plattformen also der einzige Weg, um Kinder in der digitalen Welt zu erreichen? Helga Kleinen, Vorstandsvorsitzende von Seitenstark, gibt unumwunden zu, dass YouTube weltweit einmalig ist, um an Zielgruppen heranzukommen.

Sie bedauerte zugleich, dass die Global Player „kleine“ qualitativ hochwertige Angebote im digital-medialen Bereich erdrücken. So ist „Blindekuh“ eine für Kinder entwickelte Suchmaschine. Gefunden wird sie auf "Seitenstark", der AG, die Kinderseiten vernetzt für eine „unabhängige, bunte und dezentrale Kinderseitenlandschaft in Deutschland.“ Initiativen wie diese müssten in Deutschland und Europa in großem Umfang finanziell und ideell unterstützt werden, um eigene attraktive Formate zu entwickeln, die Kinder nicht langweilen.