Symposium in Rom 2017

12. Symposium in Rom vom 23. - 25. März 2017

Thema: „Verantwortung im Film“

„Wer trägt dafür die Verantwortung?“

Heutzutage wird die Frage nach „Verantwortung“ meist im Sinne einer Schuldzuweisung gestellt, gerade nach Katastrophen und dann beinahe reflexhaft. „Wer ist verantwortlich?“ meint dann eigentlich: „Wer ist schuld daran, dass etwas geschehen konnte oder dass etwas nicht verhindert worden ist?“ und hinterfragt Verantwortung erst vom Ausgang einer Sache her.

Aus ethischer oder moralischer Sicht stellt sich diese Frage anders: Was zeichnet verantwortliches Handeln aus? Die Frage nach der Verantwortung zielt dann darauf ab zu klären, wie das Für und Wider des eigenen Tuns abgewogen werden kann. Muss, wer verantwortlich handeln will, vornehmlich die möglichen Folgen seines Tuns in Betracht ziehen oder gibt es Handlungen, die per se gut oder schlecht sind, unabhängig davon, welche Folgen sie nach sich ziehen?

Verantwortung in diesem Sinne stellt eine hohe Anforderung an uns alle, ob in unserem persönlichen Umfeld oder in der Gesellschaft, in der wir leben wollen. So hoch ist diese Anforderung, dass eine Religion wie die christliche der Kategorie der Schuld eine Lehre der Vergebung an die Seite gestellt hat – denn noch der Verantwortlichste bleibt fehlbar. Ist Verantwortung in unserer säkularen Gesellschaft vielleicht deshalb so in Misskredit geraten, weil es ihr an der Gewissheit oder Zuversicht einer (göttlichen) Vergebung fehlt?

Unser diesjähriges Symposium fragt nach der Bedeutung von Verantwortung als ethischem Auftrag, moralischer Pflicht oder auch empfundener Last und wird sich dabei von der Verantwortung im ‚Schutzraum‘ der Familie über die Verantwortung in Grenzsituationen zu Fragen gesellschaftlicher und politischer Verantwortung hin öffnen.

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