„Mein Drehbuch lebt II“ vom 21.-27. November 2015 in Baden-Baden

Der Workshop war in seiner Konzeption auf das parallel in Baden-Baden stattfindende Fernsehfilm-Festival abgestimmt, um den Honig aus dieser Veranstaltung für die eigene Drehbucharbeit zu gewinnen. Es bestand die Möglichkeit, an der gesamten Veranstaltung teilzunehmen, oder nur an einem von beiden Teilen mit den Schwerpunkten „Drehbuch-Aufstellung“ und „Story follows character“.

 

Teil 1 „Drehbuch-Aufstellung“ vom 21. – 23. November 2015

Die Drehbuchaufstellung ist eine geheimnisumwitterte Methode, die schwierig zu beschreiben ist. Sie funktioniert immer, verursacht wird die Wirkung durch die gefühlsmäßige Identifikation mit den Figuren und ihrer Konstellation im Ensemble. Dem Autor bietet sie die Möglichkeit seine Figuren (deren Rollen jeweils von den Seminarteilnehmern übernommen werden) zu befragen und Antworten zu bekommen. Die Zielsetzung ist nicht eine therapeutische Lösung von Konflikten, sondern im Gegenteil ihre dramatische Zuspitzung – und damit die Spannung für den Zuschauer zu steigern. Dabei kann ziemlich unbedenklich experimentiert werden, um ein Optimum der Figurenkonstellation und der Handlungsabläufe für das Schreiben von Drehbüchern herauszuholen. Hauptreferentin war Claudia Gladziejewski in Zusammenarbeit mit dem Psychologen Rainer Paszek. Abschließend haben Imogen Nabel über die Bedeutung des „Pitchings“ referiert und Robert Lanig (MFG) über Fördermöglichkeiten informiert.  

 

Teil 2 „Story follows character“ vom 24. –27. November 2015

Es gibt verschiedene Methoden der Drehbuchentwicklung. Der Ansatz kann u. a. bei der Handlung, einer Schlüsselszene, von einem Ort aus oder eben vom Charakter aus erfolgen. Den Stellenwert einer sorgfältigen Charakterisierung von Figuren kann man am stärksten in Dauer-Serien beobachten, wo sich die Protagonisten in verschiedenen Situationen mit ihren Stärken und Schwächen immer ähnlich und für den aufmerksamen Zuschauer nahezu vorhersehbar verhalten. Welche Möglichkeiten sich dabei Drehbuchautoren bieten, hat der Hauptreferent Günther Klein in drei unterschiedlichen Varianten dargestellt: im Dialog, im Monolog, als „Erscheinung“. Er hat dazu 22 „Goldene Regeln“ aufgelistet.

 

Die Programme waren so angelegt, dass Vorträge des Fernsehfilm-Festivals gehört und einzelne dort gezeigte Filme gesehen werden konnten, deren Macher (Autor, Redakteur) zum Nachgespräch ins Seminar eingeladen waren.